Nein zur Seilbahn auf den Kahlenberg

Seit über einem Jahrzehnt kämpfen wir mit den Bewohner:innen des Kahlenbergerdorfes gegen das Mega-Projekt Seilbahn auf den Kahlenberg. Bereits 2015 sprachen sich GRin Barbara Novak und GR Franz Ekkamp entschieden gegen die Bedrohung der Flora und des Landschaftsbildes aus.

 

Die SPÖ Döbling hat sich von Anfang an mit den Anrainer:innen solidarisiert und ist gegen die Errichtung einer Seilbahn aufgetreten.

 

2017 bestätigten wir diese Position mittels Antrags auf unserer Bezirkskonferenz und brachten diesen auch am Landesparteitag der SPÖ Wien (angenommen), im Bundesministerium für Verkehr und Technologie, im Umweltstadtrat und im Rathaus ein. Im Jänner 2018 hat auch der Petitionsausschuss des Wiener Gemeinderates die ablehnende Haltung gegenüber der Seilbahn bekräftigt.

 

Konkret lagen zwei Projekte am Tisch, eines mit der Wirtschaftskammer, bei der die Seilbahn über Floridsdorf, Kuchelauer Hafen auf den Kahlenberg fahren soll. Und dann gab es noch eine Projektidee über Heiligenstadt.

 

Ich kann mich damals noch gut erinnern. Seilbahn-Projekte zur Erschließung des öffentlichen Verkehrs wie in La Paz haben mich schon immer fasziniert. Allerdings ist Wien nicht derartig überbevölkert und dicht verbaut, sodass man nur mehr über den Luftweg von A nach B kommt. 

 

Mein erschreckendster Moment war die Einsichtnahme in die Pläne. Die Trassenführung wäre von Heiligenstadt nach Jedlersee, Richtung Strebersdorf über den Kuchlauer Hafen auf dem Kahlenberg verlaufen. Für Döbling hätte das bedeutet, dass sieben bis acht 40m Stahlmasten mitten in das Naturschutzgebiet gerammt hätten werden müssen. Dieses Projekt hätte damals 30 Millionen Euro gekostet, ohne Betriebskosten, ohne Know-How und sonstigen Folgekosten. 

 

In diesem Zusammenhang war schon bemerkenswert, dass die finanzkräftigen Investoren kein Interesse an einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) hatten. Sie haben offenbar schon geahnt, dass sie die UVP nie bestehen würden und das Projekt damit zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. 

 

Ich bin daher gespannt, wie sich die Überprüfung einer Seilbahn von Hütteldorf zum Otto-Wagner-Spital entwickeln wird. Natürlich gelten hier andere Parameter, die sich die Fachabteilungen im Magistrat genau anschauen werden. Die NEOS veranschlagten das Projekt allein nur für die Errichtung mit 50 Millionen Euro. Warum gerade dort? Nach dem Entzug der Akkreditierung für Budapest, wird die von George Soros gegründete Central European University wird das Otto-Wagner-Areal auf den Steinhofgründen beziehen. Nämlich 2025. 1500 bis 1600 Student:innen sollen dort studieren, plus 600 bis 700 Leute für das Personal. Da ist die Annahme konsistent, den öffentlichen Verkehr auszubauen. 

 

Zu den zwei bis 15 Personen pro Gondel, die in diesen Plänen zu Beförderungszwecken beworben werden, möchte ich zum Vergleich festhalten: Der 47A ist ein Normalbus. Würde man diesen auf einen 20-Meter-Bus aufrüsten, könnten pro Bus 160 Fahrgäste transportiert werden. Man bräuchte etwa 13 Busse, um alle Menschen die Uni rauf zu befördern. Bei vollen Gondeln wären es 46 Fahrten.  

 

Ich bin daher gespannt, was sich die Projektentwickler noch alles einfallen lassen werden. Für unsere ablehnende Haltung zur Seilbahn am Kahlenberg haben wir uns beim Landesparteitag der SPÖ Wien 2024 jedenfalls erneut  eine Bestätigung geholt. 

 

Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) gilt für eine mögliche Seilbahn auf den Kahlenberg eine Einzelfallprüfung nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP-Gesetz). Inzwischen hob der Richter nach einer Beschwerde von Umweltschutzorganisationen einen Bescheid der Wiener Landesregierung auf, der feststellte, dass keine UVP-Pflicht bestehe. 

 

Aber egal wie viele Rechtsmittel und kreative Lösungen für Seilbahnen in Wien noch angedacht sind, unsere Revolution gegen die Seilbahn am Kahlenberg bleibt. 

 

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Factsheet Nein zur Seilbahn
Stand 09.05.2023
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